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Industriekaufleute
Traditioneller Beruf in modernem Gewand
Am 1. August
2002 ist die neue Ausbildungsordnung für Industriekaufleute in
Kraft getreten. Kernpunkte der Neuordnung sind eine stärkere
Prozess-, Markt- und Kundenorientierung. Dabei rücken die Anwendung von
Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik sowie einer
Fremdsprache bei Fachaufgaben stärker in den Mittelpunkt. Ziel der
Ausbildung ist nicht die Abwicklung eines eingegrenzten
Aufgabenbereiches, sondern das geschäftsprozessorientierte Handeln. Damit
trägt die Neuordnung den Veränderungen in der Arbeitswelt
Rechnung. Industriekaufleute unterstützen sämtliche Unternehmensprozesse
aus betriebswirtschaftlicher Sicht von der Auftragsanbahnung bis zum
Kundenservice nach der Auftragsrealisierung. Eine neue Strukturkomponente
ist die Arbeit in einem durch den Betrieb festgelegten Einsatzgebiet am
Ende der Ausbildungszeit. Der Weiterentwicklung des Berufsbildes angepasst
wurde auch die Prüfungsform: Zunächst bis zum 31. Juli 2007
erprobt wird eine "gedehnte Abschlussprüfung", bei der die
Fachqualifikationen in einem schriftlichen Teil bereits zu Beginn des
letzten Ausbildungshalbjahres abgeprüft werden. Am Ende der Ausbildung
steht die Prüfung im Bereich "Einsatzgebiet", die eine Präsentation
und ein Fachgespräch umfasst.
Grundsätzlich nehmen Industriekaufleute kaufmännische
Aufgabenstellungen in den Bereichen Materialwirtschaft, Produktionswirtschaft,
Personalwesen, Absatzwirtschaft, Marketing, Rechnungswesen und Controlling
wahr. Sie werden in den unterschiedlichen Funktionsbereichen eines
Industrieunternehmens als kaufmännische Sachbearbeiter eingesetzt.
Je nach ihrem speziellen Aufgabengebiet verhandeln sie mit Kunden, Banken,
Werbefachleuten, Vertretern, Behörden oder Groß- und Einzelhändlern. In
großen Betrieben sind sie auf ein Fachgebiet spezialisiert, in kleineren
müssen sie vielfältige Aufgaben übernehmen.
Die meisten Auszubildenden verfügen über eine allgemeine oder
fachgebundene Hochschulreife. Am Standort in Merzig besteht die Möglichkeit,
in einem sogenannten Abiturientenmodell in besonderen Schwerpunkten
unterrichtet zu werden. Dabei werden zusätzliche Differenzierungen
in den Fächern Fremdsprache (mit besonderem Schwerpunkt auf mündlicher
Kommunikation) und Arbeitsmethodik/Betriebslogistik angeboten. Ein
entsprechendes Zertifikat für die Kenntnisse in der Fremdsprache kann
nach erfolgreicher Prüfung bei der IHK des Saarlandes erworben werden.
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